Ans Ziel
Drei Tage Coaching-Basiswissen und warum Senf da nichts verloren hat
© Stefan Munz, Unsplash
Coaching

Drei Tage Coaching-Basiswissen und warum Senf da nichts verloren hat

30. August 2025 Mailin Drenkard 4 Min. Lesezeit

Stellen Sie sich vor: Das Schiff legt ab, die Segel sind gesetzt – und Sie merken plötzlich, dass Ihr Gepäck fehlt. Kein Kompass, keine Karte, keine Regenjacke. Spätestens wenn die erste Gischt über Bord schwappt, wird klar: Da fehlt etwas Entscheidendes.

Genau darum geht es beim Packen: Bevor wir eine Reise antreten, brauchen wir die passende Ausrüstung. Natürlich könnte man auch ohne starten, aber dann trifft uns das Spritzwasser ungeschützt. Die Wellen lassen sich nicht verhindern, doch wir können uns darauf vorbereiten.

Für mich war das Coaching-Basiswissen-Seminar bei Andreas Zaiß genau dieser Packmoment: drei Tage, fünf Teilnehmende, viele neue Fragen und ein Trainer, der uns immer wieder augenzwinkernd erinnerte: „Keinen eigenen Senf dazugeben!“

Was er damit meinte? Als Coach geht es nicht darum, die eigene Meinung ins Gespräch zu streuen. Unsere Aufgabe ist es, zu begleiten, zu fragen und Räume für eigene Erkenntnisse zu öffnen – nicht, fertige Antworten zu servieren. Ein Coach packt keine fremden Dinge in den Rucksack seiner Klient*innen, sondern hilft ihnen zu erkennen, welche Ausrüstung für ihre individuelle Reise relevant ist.

Vorsicht, Mitreisende! Wer sitzt da eigentlich neben Ihnen?

Bevor wir unsere Ausrüstung packten, ging es erst einmal darum, die Mitreisenden kennenzulernen. Andreas hatte dafür ein Spiel parat „Wer sind die anderen? Was machen sie? Warum sind sie hier?“

Schnell wurde klar: Wir benötigen nicht nur Gepäck, sondern bringen auch Geschichten, Erwartungen und Hoffnungen mit. Manche suchten nach neuen Perspektiven, andere nach konkreten Tools, wieder andere nach einem geschützten Raum, um eigene Themen anzugehen.

Jetzt sind Sie dran: Befinden Sie sich selbst gerade in der Vorbereitung auf eine Reise und stehen ratlos vor einem gähnend leeren Rucksack? Was sollten Sie einpacken und was lassen Sie besser liegen?

Ein Coach ist eine Art Reisebegleiter, der Orientierung gibt, Fragen stellt und Räume öffnet.

Das klingt simpel und ist gleichzeitig eine echte Herausforderung. Denn Hand aufs Herz: Wie oft juckt es uns in den Fingern, doch „unseren Senf dazuzugeben“? Genau hier beginnt die Kunst des Coachings: die eigene Meinung zurückzuhalten, um den anderen seine Lösung finden zu lassen.

Fragen als Coaching-Kompass

Ein Rucksack ohne Kompass? Undenkbar. Im Coaching heißt dieser Kompass: Fragen.
Sie sind das wichtigste Werkzeug, um vom Problem zur Lösung zu navigieren.

Im Basiswissen-Seminar lernten wir deshalb das Acht-Schritte-System kennen. Es lieferte uns eine klare Struktur, mit der wir Coachinggespräche führen können. Das System zeigte, wie Fragen als präzise Wegweiser dienen können.

Theorie ist natürlich das eine, aber Erleben das andere. Wir übten Gesprächsführung und erlebten Coaching nicht nur von außen, sondern auch an eigenen Themen. Ein besonders prägender Moment war die Stressauflösung mit dem kinesiologischem Muskeltest. Da wurde spürbar, dass Coaching nicht nur im Kopf bleibt, sondern tiefer wirken kann.

Theorie? Nett. Praxis? Aha!

Das Coaching-Basiswissen ersetzt zwar keine vollständige Ausbildung, aber es legt den Grundstein. Wer hier einsteigt, versteht:

  • was Coaching wirklich bedeutet
  • wie es praktisch funktioniert
  • und wie es sich bei eigenen Themen anfühlt

Nicht jede*r muss danach gleich eine komplette Coaching-Ausbildung beginnen. Schon die Grundlagen können viel bewirken, sei es in Gesprächen im Arbeitsumfeld, in Diskussionen mit Freund*innen oder beim Auflösen kleiner Missverständnisse in der Familie. Einmal anders zuhören, anders fragen, anders begleiten, das macht den Unterschied.

Am Ende des Seminars war mein Rucksack nicht nur voller Tools, sondern auch voller Lust auf mehr.

Noch war offen, wohin die Reise für jede*n von uns gehen würde. Aber eins stand fest: Wir hatten gepackt und waren vorbereitet.

Für mich persönlich ging die Reise weiter in die vollständige Coaching-Ausbildung.