Sommer oder Sorgen? – Oder: Wie viel Negatives tut gut?
Ist das nicht ein wunderbarer Sommer? O.k., ab und zu regnet es. Aber das ist ja auch gut und wichtig. – Wenn da nicht all diese schlechten Nachrichten wären: Krieg in der Ukraine, Inflation, Klimawandel etc. Das kann einem schon ziemlich die Stimmung vermiesen und vielleicht sogar schlaflose Nächte bereiten.
Kann, aber muss nicht! Tatsächlich können wir selbst entscheiden, welchen Gedanken wir welchen Raum in unserem Leben geben. Das bedeutet jetzt nicht, nur noch die rosarote Brille aufzusetzen und alles Negative zu verdrängen. Nein, es geht um innere Balance. Es geht darum, sich zumindest ein Stück weit der Anziehungskraft negativer Themen, die uns Ärger und Angst bereiten, zu entziehen. Sonst sind nicht nur die Nachrichten negativ, sondern auch wir selbst. Und damit ist weder der Welt geholfen, noch uns selbst.
Negative Gedanken umgeben uns ständig
Nach negativen Gedanken brauchen wir selten lange zu suchen. Sie sind ständig um uns herum. Ganz gleich, ob es die Nachrichten sind oder Themen aus unserem persönlichen Umfeld. Wir erleben Sorgen über unsere Zukunft, Ärger über andere Menschen (egal ob Politiker oder Chefs, vielleicht auch Kollegen, Nachbarn oder Lebenspartner), das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, Enttäuschung, Wut, Verletztheit usw. – Was machen wir mit diesen Gedanken? Wie gehen wir mit ihnen am besten um?
Was machen wir mit diesen Gedanken?
Viele Menschen sagen: „Ich kann die Probleme doch nicht einfach ignorieren! Oder es mir schön reden.“
Es geht auch nicht darum, alles nur positiv und rosarot zu sehen. Im Gegenteil: Ärger, Sorgen und Unzufriedenheit haben absolut ihren Sinn in unserem Leben als Antreiber für Veränderung.
Die Frage ist nur: Wie viel Ärger, Sorgen und Unzufriedenheit tun mir gut und sind produktiv. Und ab wann werde ich selbst so destruktiv, dass ich Teil des Problems werde. Dass meine Umwelt unter meiner negativen Ausstrahlung leidet und mir irgendwann lieber aus dem Weg geht – außer den Gleichgesinnten, mit denen ich mich treffe, um mich gemeinsam mit ihnen aufzuregen.
Und die Frage ist auch: Wie geht es mir selbst damit? Fühle ich mich mit diesem Gedanken wohl? Geben sie mir Energie? Oder ziehen sie mich eher herunter und saugen mich aus?
Wenn ich mich in Ärger, Unzufriedenheit und Sorgen wohlfühle, o.k. dann mache ich einfach weiter so. Aber wenn nicht, wenn es mir schlecht damit geht, dann ist es höchste Zeit, diesen Gedanken weniger Raum zu geben!
Es ist meine freie Entscheidung.
Wie gebe ich negativen Gedanken weniger Raum?
Wenn ich den negativen Gedanken weniger Raum geben möchte: Wie schaffe ich das?
Es geht verblüffend einfach, braucht aber Entschlossenheit und Ausdauer. Ich frage mich einfach immer wieder: Was ist trotzdem gut? Ich fokussiere nicht nur das Negative, sondern auch das Positive. Wenn ich das bewusst regelmäßig mache, trainiere ich eine andere Art des Denkens. Differenzierter, ausgewogener, wohltuender. Und tatsächlich auch realistischer. Wichtig dabei ist zu erkennen, wenn man wieder einseitig in negative Gedanken abrutscht. Ein einfaches Erkennungsmerkmal dafür sind unsere Gefühle. Wenn wir uns aufregen, uns Sorgen machen, frustriert sind, dann ist es höchste Zeit, den eigenen gedanklichen Fokus wieder in Balance zu bringen. Dabei helfen oft auch Stift, Papier und die bewusste Konzentration auf Fragen, wie zum Beispiel: Was ist – trotz allen Ärgers – positiv an meinem Chef / Kollegen / Mitarbeiter / Kunden etc.? Welche Chance bietet die aktuelle Situation? Worauf kann ich mich – trotz aller Unsicherheit – dennoch verlassen? Welche meiner eigenen Stärken kann mir helfen? Usw.
Ein weiterer Baustein: am Morgen sich 5-15 Minuten (oder auch mehr) gönnen, um sich mental auf den Tag auszurichten. Einige Möglichkeiten, um diesen Start in den Tag zu gestalten, hier in diesem Video.
Die Welt ist besser, als wir denken
Was tatsächlich verblüffend ist: Die Welt und wir Menschen sind besser, als wir denken. Oder anders formuliert: Wir neigen dazu, unseren Mitmenschen und oft auch uns selbst, viel mehr Negatives zuzutrauen, als eigentlich realistisch ist. Dabei geben oft negativen Einzelbeispielen eine übertrieben hohe Bedeutung – obwohl zahlreiche wissenschaftliche Studien das positive Gegenteil beweisen. Zu diesem Thema gibt es eine Reihe interessanter Bücher, die helfen den eigenen negativen Fokus gerade zu rücken. Sehr lesenswert ist zum Beispiel der Spiegel-Bestseller „Im Grund gut“ von Rutger Bregmann.
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